Drohnen, Raketen und mehr? | Putin zieht den Iran in den Ukraine-Krieg


Iranische Shahed-136-Drohnen in einer Abschussvorrichtung: Angeblich sollen iranische Ausbilder in den russisch besetzten Gebieten Soldaten trainieren. (Quelle: Creative Commons)Dabei hat die Ukraine zahlreiche mit Sprengstoff bestückte Drohnen vom Himmel geholt. Diese legen nahe, dass die iranischen “Schahed 136” in Russland einfach umlackiert wurden. Nun heißen sie “Geran-2”, so die russische Bezeichnung.Ungeachtet dessen, dass sich Putin in der Vergangenheit immer wieder als Kämpfer gegen islamistischen Fundamentalismus inszenierte, und trotz aller Folgen, die sich durch neuerliche Sanktionen für den Iran ergeben könnten: Der Ukraine-Krieg scheint die Partnerschaft zwischen Teheran und Moskau zu vertiefen. Aber das Bündnis ist aus der Not geboren und zeigt die Verzweiflung des Kremls. Russland hat kaum noch Verbündete.

Darum braucht Putin den Iran

Der Kreml hat in der Ukraine nicht mit einem langen Krieg gerechnet. Er hat gleichzeitig die Wehrhaftigkeit der ukrainischen Armee und die westliche Unterstützung unterschätzt. Nun gehen der russischen Armee zumindest modernere Waffensysteme aus, heißt es von westlichen Militärexperten.In der Entwicklung von Kampfdrohnen lag Russland aber schon vor dem Ukraine-Konflikt im internationalen Vergleich deutlich zurück. Bei der Beschaffung war der Iran nicht die erste Wahl Moskaus, eigentlich wollte der Kreml Bayraktar-Drohnen von der Türkei kaufen. Der Einsatz dieser Kampfdrohnen durch die Ukraine war in den ersten Kriegsmonaten sehr effektiv. Immer wieder griff die ukrainische Armee damit russische Konvois an.Russlands Präsident Putin, Irans Regierungschef Raisi und der türkische Präsident Erdoğan: Nach dem Treffen sprach Putin auch über Gaslieferungen nach Europa. (Quelle: Sergei Savostyanov/Pool Sputnik Kremlin/ap-bilder)Doch Putin fing sich in der Türkei eine Absage ein, die einer Ohrfeige gleichkommt. “Ganz gleich, wie viel Geld sie uns anbieten, in dieser Situation kommt es nicht infrage, ihnen Drohnen zu überlassen. Im Moment unterstützen wir voll und ganz die ukrainische Seite”, sagte Haluk Bayraktar, der Geschäftsführer des türkischen Unternehmens Baykar, in der BBC. “Geld hat für uns keine Priorität. Geld und materielle Ressourcen waren nie das Ziel in unserem Geschäft.”Im Drohnengeschäft war der Iran also der Notnagel für den Kreml, wobei die iranische Technologie offenbar große Mängel aufweist. “Wenn man zehn Systeme über eine mittlere Distanz startet, kommen vielleicht sieben an”, sagte ein Experte, der sich mit iranischen Drohnen auskennt, dem “Spiegel”. Die “Washington Post” schrieb im September von “zahlreichen Fehlern” und zitierte einen US-Geheimdienstmitarbeiter: “Die Russen sind nicht zufrieden.” Trotzdem muss der Kreml nun offenbar Waffen aus dem Iran nutzen, um eigene Löcher im Arsenal zu stopfen. Schon lange berichten westliche Geheimdienste, dass der russischen Armee die modernen Lenkflugkörper ausgehen. Lieferungen aus dem Iran würden demnach durchaus Sinn ergeben.

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